Haushalt und Preisvergleich: Die XXL-Verpackung

Man steht vor dem Regal im Supermakt und möchte Waschmittel kaufen. Nun die Frage: Was kauft man? Die kleinere, günstigere Verpackung oder die größere und scheinbar teuere?

Der gewandte Käufer nimmt sich natürlich die XXL Verpackung, da es langfristig doch günstiger ist, statistisch sind solche Verpackungen sogar 10% bis 25% günstiger als die normalen Verpackungen. Die Erklärung dafür ist eigentlich recht einfach: Je größer die Verpackung, desto mehr kann man in einer Verpackung verkaufen und man spart sehr viel an den Verpackungskosten, denn man muss weniger Tüten oder Schachteln herstellen. So entsteht eine Win-Win-Situation für das herstellende Unternehmen und auch den Käufer. Eine große Tube Zahnpasta kostet beispielsweise 3 Euro. Die kleinere kostet 1,99 Euro, allerdings ist in der größeren Tube auch fast doppelt so viel drin.

Auf der anderen Seite können große Verpackungen auch trügen. Wir alle kennen das meist von Chipstüten. Man kauft sich die größte Tüte überhaupt, und wenn man sie aufmacht, gibt es ein paar Krümmeln am Boden der Tüte.

Laut Gesetz dürfen aber Lebensmittelverpackungen kein größeres Volumen angeben als sie tatsächlich beinhalten. Nach einer Studie stellte man fest, dass sich Hersteller sich bei mehr als der Hälfte der Verpackungen nicht an dieses Gesetz halten. Käufer bemerken das auch und wenden sich an Verbraucherschutzzentralen.

Nun hat die Eichdirektion Nord, dessen Aufgabe es ist, zu überprüfen, ob Kunden auch die gewünchte Menge bekommen, für die sie bezahlen, ein Projekt gestartet. Sie besuchen landesweit Supermärkte und überprüfen, ob die Lebensmittel, sei es Chips, Fleisch, Süßigkeiten oder Gemüse, auch richtig und gerecht verpackt und abgemessen sind.

Man kann eindeutlich sagen, dass Kunden mit vielen Verpackungen doch über den Tisch gezogen werden. Man bezahlt viel zu viel für Produkte, die nur so scheinen, als ob sie wirklich mehr Quantität beinhalten. Manche Beutel beinhallten mehr als 40% Luft. Für den Kunden ist das natürlich ärgerlich, weil mann nicht mit Bestimmtheit wissen kann, was man bekommt, nachdem man die Verpackung geöffnet hat.

Die Unternehmen auf der anderen Seite meinen, dass diese Hohlräume technisch bedingt sind und dass sie auch für den Transport in vieler Hinsicht wichtig sind. Aber die wichtigsten Ursachen, wofür diese Luftpolster entstehen, sind : Kostenersparnisse. Das Unternehmen kann durch diese Verpackungen größere Preise für kleinere Mengen verlangen. Wenn dies nicht mehr der Fall wäre, würden die Ausgaben der Unternehmen drastisch zunehmen und im schlimmsten Fall könnten diese Firmen von einem Tag auf dem andere nicht mehr ihre Lieferanten bezahlen, was wiederum dazu führen könnte, dass die Unternehmen ihre Tätigkeiten nicht mehr finanzieren könnten und größere Kredite in Anspruch nehmen müssten. Dies wiederum würde dazu führen, dass die Produktionskosten sich erhöhen und im Endeffekt muss wieder der Kunde zahlen, denn die Preise werden erhöht, um die Außenfinanzierung durch die erhöhten Kredite bezahlen zu können.

Letzlich bleibt dem Kunden nichts anderes übrig, als dass er verstärkt auf die Verpackungen achtet. Wenn alles in Ordunung scheint und die Masse auch korrekt angegeben ist, lohnt es sich durchaus, XXL Verpackungen zu kaufen.

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